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  • Lisa Stangier

Über Meinungen, Mindfuck und mildernde Möglichkeiten


"Unsere stärkste Waffe gegen Stress ist die Fähigkeit, einen Gedanken dem anderen vorzuziehen." (Dr. William James)


Unsere Gedanken und Meinungen über uns selbst und Andere stressen und belasten uns viel mehr als nötig wäre. Wir denken viel zu oft darüber nach, was andere über uns denken könnten. Wir denken viel zu häufig darüber nach, was wann wie und warum passieren könnte. Wir denken ständig darüber nach, was gestern war und was morgen sein wird und so weiter und so fort. Wir überdenken und zerdenken so vieles und hören mit unseren Vorhaben deswegen oft auf, bevor wir überhaupt richtig anfangen. Wir haben Angst, wir haben (und hören) zu viele Meinungen. Und vor allem haben wir eins: viel zu viel Mindfuck.


Unsere Gedanken über uns selbst, über andere, über das Leben, darüber wie es eigentlich laufen müsste, besser für uns wäre, was wir noch alles erledigen und erreichen müssten oder schon erreicht hätten sollen und und und ist nicht selten vergleichend, vernichtend und einschüchternd. Wir alle kennen dieses Monkey Mind, wenn unser Affenstall im Kopf Party macht oder uns die Pferde durchgehen. Drama-Modus on.

Würden wir manchmal "einfach" etwas anderes oder gar nichts denken oder schlussfolgern, eine Situation oder das Verhalten von Jemandem oder das, was wir glauben, was jemand über uns denkt, nicht glauben oder bewerten, sähe unsere Lage völlig anders und in den allermeisten Fällen viel, viel besser aus! Aber leider tauchen in unbequemen Situation schnell alte, alarmierende Erfahrungen in uns auf oder das ungewisse, drohende Zukunftsszenario. Das eine ist zwar vorbei und sollte Sendepause haben und das andere ist noch nicht da und sollte daher ebenso wenig die Regie übernehmen. Und trotzdem lassen wir uns von den Bildern im Kopf unglaublich stark beeindrucken. Wenn es gut läuft und wir unsere Gedanken im Griff haben, kann das sehr positiv und konstruktiv verlaufen - es spricht ja überhaupt nichts dagegen auf stärkenden Erfahrungen und positiven Zukunftsbildern aufzubauen! Aber das gelingt uns leider nicht immer. Erst recht nicht dann, wenn es eng wird im Leben und die Angst am Steuer sitzt...

Wäre es nicht äußerst erleichternd, wenn wir dieses Reinsteigern seinlassen oder zumindest deutlich abschwächen könnten? Wenn wir viel schneller merken würden, wann wir in den Drama-Modus rutschen und wir uns das, was uns so stresst, einfach nur (aus-) denken oder überbewerten?!


Das Gute ist - das können wir. Wir können unsere Gedanken bewusst wahrnehmen, auf Herz und Nieren prüfen und dann - wenn es uns nützt - einen anderen, besseren Gedanken wählen.


...und natürlich: Es passieren Dinge, die wir uns nicht wünschen, die uns nicht gut tun, die schmerzhaft sind, uns schaden oder aus der Bahn werfen. Es geht auch nicht darum, sich Erlebnisse oder Sachen schön zu reden, zu verdrängen oder wegzudenken. Es geht darum, die Gedanken, die dazu in unserem Kopf erscheinen, mit all ihren Folgen, Bewertungen und noch bittereren Befürchtungen zu hinterfragen. Denn diese laufen uns zusätzlich schmerzend aus dem Ruder... Wie stressig und schlimm eine Situation auch sein mag. Es lohnt sich immer, unsere dazugehörigen Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Oft können wir dann nämlich feststellen, dass sie in 99% der Fälle nicht zu 100% stimmen und dass da immer eine Möglichkeit besteht, anders, konstruktiver und sehr viel hilfreicher zu denken.

Dafür gibt es die wundervoll einfachen und dennoch so wirksamen 4 Fragen aus Byron Katie’s "The Work". Wenden wir diese regelmäßig an, machen wir uns wahrlich ein Geschenk fürs Leben... ☺️🥂


Mache deinen prominentesten Stress- und Leidensgedanken ausfindig und frage dich dann:

1. Ist das (was ich gerade denke) wahr?

2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

3. Was passiert mit mir, wenn ich diesen Gedanken glaube?

4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken und was wäre dann möglich?


Es kann so erleichternd und befreiend sein, wenn wir feststellen, dass das, was wir denken, keine absolute, endgültige Sache ist und dass es immer Möglichkeiten gibt, aus dem Gedankenkarussel und aus der Ecke, in die wir uns selbst gedrängt haben, rauszukommen. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Herausforderung beseitigt ist, aber wir haben nun die Wahl, ob wir freier, konstruktiver und lösungsorientiert FÜR UNS denken und handeln wollen oder weiterhin GEGEN uns und unser Schicksal.


...und grundsätzlich ist es wohl ratsam, nicht all den Quatsch zu glauben, der auf den "Bullshit FM" Kanälen in unserem Kopf gesendet wird - weder im daily Self-Talk über uns selbst noch über Andere! 🤙🏼🙃☀

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