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  • Lisa Stangier

Übers Ausmisten, Entscheiden und das Über-uns-Hinauswachsen

Aktualisiert: 7. Dez. 2021


Während ich neulich meine Umzugskartons gepackt habe, kamen viele Gedanken und Gefühle hoch. Umziehen hat neben allem Anstrengenden, Chaotischen und dem subtilen Unbehagen vor dem Neuen ja auch etwas Befreiendes und Ordnendes. Zudem entsteht eine Art Aufbruchstimmung, die etwas in einem weckt - Aufregung, Vorfreude, Abenteuerlust, Neugierde und das Gefühl von Freiheit. Auch wenn man Schiss in der Buchse hat, ist man doch auch stolz - auf die eigenen Entscheidungen und darauf, dass wieder etwas vorwärts geht...


Wieder einmal habe ich gemerkt, dass dieses echte Entrümpeln und Ausmisten begründet durch meinen (ich habe nachgezählt…) 13. Umzug mich auch wieder innerlich mit ausmistet. Und da kam mir der Vergleich: Umziehen ist wie Persönlichkeitsentwicklung. Man guckt sich sein Leben an und entscheidet, was mitkommt oder, was (längst mal) wegkann. Man findet Dinge und Erinnerungen, die in Vergessenheit geraten und verstaubt sind. Klamotten, die nicht mehr oder noch nie gepasst haben, Kontakte und Visitenkarten mit rührseligem oder unterhaltsamem Erinnerungswert und Notizen, die zum Schmunzeln oder erneut zum Nachdenken anregen. Vor uns breitet sich ein mehr oder weniger gewolltes, einst gut kaschiertes Chaos aus.

...unser Äußeres spiegelt wirklich faszinierend gut und unser Inneres wider.


Man kramt also alles aus den Ecken, nimmt ausnahmslos jedes Teil in die Hände und muss sich ständig entscheiden: für Dinge, gegen Dinge, für Erinnerungsstücke, gegen Erinnerungsstücke, fürs Behalten oder Wegschmeißen, Verkaufen, Verschenken und so weiter. Kurioser- und bedauerlicherweise tun wir das meist immer erst dann, wenn wir müssen. Zum Beispiel, wenn wir umziehen. Oder wenn wir unser Büro räumen. Oder wenn irgendein anderer Umstand uns dazu nötigt, uns und unser Umfeld zu bereinigen.

Dabei könnte regelmäßiges Ausmisten - in uns und um uns herum - zu einer enormen Zufriedenheit, Leichtigkeit und Entscheidungsfreude oder zumindest etwas mehr Entscheidungsgewohnheit beitragen.


Oft treffen wir Entscheidungen unnötig viel später als es möglich wäre, drehen eine entweder-oder Dauerschleife oder lassen gänzlich Andere für uns entscheiden. Oder das Leben. Aus Angst vor der falschen Entscheidung, den Konsequenzen oder aus Unsicherheit, was wir anstatt dem Alten Neues dafür bekommen.

Machen oder lassen? Gehen oder bleiben? Behalten oder weg? Ja oder nein? Weniger oder mehr? Was ist, wenn? Erst wenn ich Punkt Punkt Punkt, dann kann ich Punkt Punkt Punkt. Und so weiter.


Dabei ist das FÜR WAS du dich entscheidest - also das Entweder oder das Oder - gar nicht alleine wichtig oder alleinig entscheidend. Erstens, weil du ohnehin immer nach bestem Wissen und/oder Gewissen entscheidest. (Und falls nicht, weißt du auch das. ;-) Vor allem das mit dem Gewissen…)

Und zweitens, weil du jederzeit wieder neu und anders entscheiden kannst, wenn du mit deiner Entscheidung oder den Konsequenzen nicht glücklich bist. Und das passiert ohnehin immer wieder - egal wie durchdacht, gescheit oder gut gemeint deine Conclusio war. Wir sind ja nicht erleuchtet - machen wir uns nix vor… ;-)


Es bringt nichts, eine Entscheidung (dauerhaft) aufzuschieben, nur weil wir Angst vor der „falschen Entscheidung“ und ihren möglichen Konsequenzen haben. Im Gegenteil!

Es ist wichtig, dass du dich entscheidest - genau wegen der Konsequenzen!


Warum?

Dein WARUM du dich entscheidest, ist mindestens so wichtig, wie das WOFÜR. Damit meine ich gar nicht so sehr 'dein' Warum , also deinen tieferen Sinn. (Wenngleich auch das natürlich spannend, hilfreich und wertvoll zu wissen ist...)

Ich meine im Moment nur, warum der reine Akt der Entscheidung so wertvoll ist.


(D)eine Entscheidung an sich vermittelt nämlich viele wichtige Botschaften. Vor allem an dich selbst. Nämlich, dass du unter anderem…

* selbstbewusst bist

* autonom bist

* frei (in deiner Wahl) bist

* machtvoll & kraftvoll bist

* eine Meinung hast

* Verantwortung übernimmst

* optimistisch bist

* dich weiterentwickeln willst

* für etwas stehst und losgehst und so weiter.


Immer wieder Entscheidungen aufzuschieben, deine Entscheidung den Anderen oder dem Schicksal zu überlassen, erzeugt in dir leider eher das Gegenteil von all dem.



Aber WIE kannst du dich nun entscheiden?


Es gibt 3 Tools für die „richtige“ Entscheidung, die wir immer benutzen:

1) unseren Verstand

2) unsere Emotionen

3) unsere Intuition


Worauf verlassen wir uns im Zweifel aufgrund unserer Erfahrungen? Auf unseren vergangenheitsgefütterten Verstand. Wer grätscht uns gerne mal völlig übertrieben dazwischen aufgrund unserer Erfahrungen UND Erwartungen? Unsere hormongesteuerten Emotionen. Und wer ist tatsächlich am Feinsinnigsten und wird oft völlig unterschätzt oder schon im Keim erstickt? Unsere brillante Intuition. Sie bedient sich nämlich unserem „6. Sinn“, unserem inneren Wissen und einer ganz anderen Geschwindigkeit - da kommt der Verstand weder mit noch hinterher.

Hör (mehr) auf dein Bauchgefühl, auf das "ja" oder "nein", das schon da ist, bevor der Verstand anfängt dir alles zu erklären und zurecht zu legen! Frage deinen Bauch (oder dein Herz) auch gerne mehrmals, an ein paar Tagen hintereinander. Nicht jeder von uns ist super spontan gestrickt. Du musst nichts sofort entscheiden, sondern kannst auch immer die berühmte Nacht darüber schlafen. Aber du kennst die Antwort - früher oder später. Und dann tue dir den riesengroßen Gefallen und triff deine Entscheidung.


...für dich, für mehr Mut, mehr Selbstwirksamkeit, mehr Freude, mehr Entwicklung, mehr Stolz, für mehr Bock auf aufs Leben. Für dein Über-dich-Hinauswachsen.

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